Schüleraustausch mit Fukui, Japan 2017

 „So eine Chance bekommst du nie wieder“, so wurden wir von unseren Eltern und Freunden überredet an dem diesjährigen Schüleraustausch mit Fukui in Japan teilzunehmen. Der Austausch wurde von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) gestaltet und organisiert.

Am Montag, dem 6. November 2017, ging es mit insgesamt 31 Leuten, davon 16 Schüler und 2 Lehrerinnen des Gymnasiums Winsen, 9 Schüler und unserem Schulleiter Herrn Degen der Beruflichen Gymnasien der BBS Winsen los.

Gleich am ersten Tag gab es einen kleinen Kulturschock für uns, der Flughafen, die Toiletten sowie der Bus, der uns zu unserer Schule gefahren hat, alles war sauber. Als wir an der Schule ankamen, gab es gleich den nächsten: Hausschuhpflicht! Alle Schüler sowie Lehrer mussten Slipper tragen, so auch wir. Aber wenigstens mussten wir die Schuluniform nicht tragen. Die war zwar süß, aber den meisten von uns um Ellen zu klein.

Nachdem wir auf unsere Gastschüler aufgeteilt wurden, ging es gleich zu den Gastfamilien nach Hause. Auch Zuhause galt: Straßenschuhe aus, Hausschuhe an! Richtig außergewöhnlich waren die Häuser nun nicht, nur eine Sache unterschied sich gewaltig von unserem Zuhause, die Toiletten! Sie hatten automatische Deckelöffnungen, gewärmte Klobrillen, Abspritzfunktionen und einen all geliebten Spülsound.

Am ersten richtigen Tag in Japan ging es gleich aktionsreich für uns los. Es gab eine große Willkommenszeremonie in der Sporthalle, an der alle Schüler und Lehrer der Usui Senior High School teilgenommen haben. Wir wurden wie Prominente gefeiert und auf die Bühne gesetzt. Während wir nun dort oben saßen, wurden einige Reden gehalten, vom Schulleiter und dem Schulsprecher der japanischen Schule sowie von Herrn Degen und einem unserer Schüler.

Die nächsten Tage haben wir unsere Gastfamilien nur an den Abenden gesehen, denn wir waren tagsüber immer unterwegs, um z. B. in Museen zu gehen, traditionelles japanisches Essen zu essen, eigenes Washi (Papier) und eigene Chopsticks herzustellen, lernen wie man richtig meditiert oder einen Wunsch an die Götter richtet. Zudem waren wir an wunderschönen Tempelanlagen und Gärten. Auf jeden unserer Ausflüge wurden wir von japanischen Schülern begleitet, das war ein Spaß, auch wenn sie manchmal etwas schüchtern waren.

Am Wochenende waren wir dann auf uns gestellt, da wir mit unseren Gastfamilien alleine waren. Wir haben viel unternommen, wir waren in Kyoto, Osaka oder Fukui unterwegs und waren dort einkaufen. Wir haben Museen besucht, haben Karaoke gesungen, Kimonos getragen und traditionelles japanisches Essen gegessen. In dieser Zeit sind wir unseren Gastfamilien und vor allem unseren Gastschülern nähher gekommen.

Nachdem uns bewusst wurde, dass wir schon über die Hälfte der Zeit in Japan rum haben, verflog die Zeit nur so. Die Woche hat mit einem Ausflug zu einem Park mit wunderschöner Aussicht auf sechs Seen, einem Museum und einem Tempel in den Bergen begonnen. Für den Rest der Zeit waren wir in der Schule.

Wir haben an Unterrichtsfächern wie Sport, Englisch, Japanisch, Weltgeschichte, Biologie, Physik und Kalligraphie teilgenommen. Die Mittagspause haben wir immer mit unseren Gastschülern verbracht, natürlich haben wir aus stylischen Bento-Boxen gegessen. Diese waren meist mit Reis, Omelett, Obst, Gemüse und Fleisch gefüllt, die unsere Gastfamilien für uns gemacht haben. Nachdem die Schüler die komplette(!) Schule inklusive Sanitäreinrichtungen und Sporthallen sauber gemacht haben, ging es gleich interessant weiter. Jeder Schüler nimmt an einer After-School-Activity teil, diese gibt es in den Bereichen Sport, Musik, Kunst und Schule. Wir durften auch an einigen Clubs teilnehmen. Ein Teil von uns war bei den sportlichen Clubs und hat gelernt wie man Kampfsportarten wie Judo, Kendo und Naginata macht, der andere Teil war bei den kulturellen Clubs und hat gelernt wie man die Schriftzeichen malt und eine japanische Teezeremonie abhält. Zum Schluss haben wir alle an einem Englisch Club teilgenommen, in dem uns die Schüler auf Englisch japanische Sachen erklärten, wie Origami. Es war eine tolle Erfahrung für uns an einigen normalen Schultagen teilnehmen zu dürfen und noch schöner dadurch auch neue Freunde zu finden.

An unserem letzten Tag an der Schule wurde für uns eine Verabschiedungszeremonie in der Sporthalle organisiert, an der alle Schüler, Lehrer und sogar die Vorsitzende der DJG aus Fukui teilgenommen haben. Dort wurden viele Reden gehalten, von dem Schulleiter und dem Schulsprecher der japanischen Schule, zwei Schülerinnen unserer Schule und den beiden Vorsitzenden der DJG aus beiden Ländern. Zudem wurden Bilder und Erinnerungen geteilt. Danach gab es für uns und unsere Gastfamilien noch eine Farewell-Party, zu der alle einen Teil beigetragen haben. Es gab Essen, Reden, Tränen, Photos und viel Spaß. Bei der Abreise mit dem Bus standen viele andere Schüler an den Fenstern und haben uns zugewunken.

Nachdem wir auch die anderen Schüler und Lehrer eingesammelt hatten, ging es ab nach Nagoya, in die drittgrößte Stadt Japans. Dort haben wir unsere restliche Zeit verbracht. Unser Hotel war klein aber fein, außerdem lag es ziemlich zentral, was einiges vereinfacht hat. Wir haben die komplette Stadt unsicher gemacht, indem wir uns einen Tempel angesehen haben, einkaufen und shoppen waren, essen gegangen sind (einmal sogar auf Kosten der DJG), Karaoke singen waren, in Spielhallen spielen waren, etc. und das alles mindestens in Kleingruppen.

Auch die Zeit hier haben wir alle genossen. Nur ist uns schmerzhaft bewusst geworden, dass es unsere letzten Tage in Japan waren -vorerst. Nach einem etwas hastigen und vor allem frühen Morgen ging es am Sonntag, den 19. November ab zum Flughafen und somit ab in die Heimat.

Alles in allem können wir sagen, dass es eine herrliche Zeit war, die wir nie vergessen werden. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns diese wunderbare Zeit in Fukui, Nagoya und generell Japan ermöglicht haben. Wir freuen uns jetzt schon auf den Gegenbesuch der Japaner im nächsten Jahr und hoffen, dass wir ihnen ihre Zeit hier in Deutschland genauso schön machen können, obwohl das echt schwer wird.


Text: Thulia Schmitt