Pflegeassistenten beschäftigen sich mit der Würde im Sterben – Gespräch mit einem Bestatter im BRU

Nach der Fortbildungsfahrt ins Kloster Ohrbeck (Okt. 2016) und dem Besuch des Hospizes in Uelzen (Nov. 2016) schloss nun das Gespräch mit einem Bestatter im Rahmen des BRU den Bogen zum Thema „Sterben und Tod in Würde“ ab. Der in Winsen (Luhe) ansässige Bestatter Friedrich-Wilhelm Oberheide kam zu Besuch in die Räume der BBS und stand den Schülerinnen und Schülern der Pflegeassistenzklasse (2. Ausbildungsjahr) Rede und Antwort. Informativ berichtete er über einzelne Abschnitte der Ausbildung zum Bestatter, in der u.a. rechtliches und medizinisches Wissen vermittelt wird (was sind sichere Todeszeichen, ab wann gilt jemand als tot), aber auch behutsam auf den Umgang mit Verstorbenen und deren Angehörigen vorbereitet werde. „Seit wann bestatten Menschen eigentlich? Und warum?“ lud er die Schülerinnen und Schüler dann ein, der Bestattung an sich auf die Spur zu kommen. Ein wichtiger Aspekt sei dabei die Frage nach der Würde eines Menschen: um diese auch angesichts des Todes wahren zu können, seien schon von Anfang an Verstorbene bestattet worden. Zudem habe sich der Mensch stets mit der Frage beschäftigt, „Was war und was wird sein?“. Geben die Religionen – wenn auch unterschiedlich – inhaltlich darauf Antwort, löst der Mensch dies für sich praktisch mit dem Bedürfnis, sich auch um Verstorbene konkret zu kümmern. Mit Blick darauf, dass Sterben und Tod zum beruflichen Alltag der Schülerinnen und Schüler in der Pflegeassistenz gehören, wurde auch über die Herausforderung gesprochen, von Verstorbenen Abschied zu nehmen. Eindrücklich war der Verweis auf ein Merkmal des Menschen: Kontakt zu anderen suchen und spüren zu können. Das Beispiel einer Busfahrt, bei der sich jemand hinter einen setzt und man ihn selbst nicht sieht, aber spürt, führte dies sehr anschaulich vor Augen. Im Umgang mit Toten wäre es daher ganz normal, zu Beginn noch „wie gewohnt“ Kontakt zu ihnen zu suchen (mit ihnen zu reden, sie zu berühren), eine Erwiderung dann schmerzlich zu vermissen und oftmals erst nach einiger Zeit loszulassen. Die Klasse war beeindruckt von dem Gespräch, weil Fragen offen angesprochen wurden, aber z.B. in Erinnerungen an einige Trauerfälle spürbar wurde: auch als Bestatter gilt es – ebenso wie in der Pflegeassistenz –, Menschen angesichts von Sterben und Tod professionell sowie z.B. mit Blick auf das Thema Religion offen und behutsam zu begleiten, was aber ein persönliches, menschliches Mitfühlen nicht ausschließen muss.



(Verfasserin: Pn. M. Valerius)