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COOL-INDY-HERA und VERA bzw. Hausschuhpflicht an den BBS Winsen (Luhe)?

Bericht zum Besuch im Schulzentrum in Ybbs an der Donau – Österreich vom 13. - 16. Dezember 2016

Neugierig und voller Fragen machten wir uns am Mittwochmorgen auf zur Handelsakademie/ Handelsschule (HAK / HAS) in Ybbs. Dort angekommen wurden wir herzlich von Helga Geyrecker in Empfang genommen und dem Kollegium vorgestellt. Dann ging es auch schon los. Ein Kollege begleitete uns in die gegenüberliegende IT-HTL, einer Schule für Informationstechnologie. Dort war die sogenannte „INDY-Phase“ im vollen Gang.

Was ist INDY? Eine sich wöchentlich wiederholende 80-minütige Individualisierungsphase, bei der die Schülerinnen und Schüler an einem von ihnen selbst ausgewählten Lernstoff arbeiten. Somit erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit ihre Stärken auszubauen oder auch Themen aufzuarbeiten. Nicht nur der Lernstoff, auch die Lehrperson ist von den Schülerinnen und Schülern wählbar. Hierzu melden sich die Lernenden zwei Tage im Voraus bei einer Lehrerin oder einem Lehrer in einem Klassenraum über eine digitale Plattform an, wobei sie den Themenbereich angeben, an dem sie arbeiten wollen. Dadurch planen sie rechtzeitig und beginnen Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Kontrolliert wird die Anwesenheit von der dem Raum zugeteilten Lehrperson über eine digitale Anwesenheitsliste. Über Statistikelemente kann die/der Klassenlehrer/nachschauen, womit sich die/der Schüler/in wie oft in der INDY-Phase beschäftigt hat. Übriges, die verwendete digitale Plattform wurde von zwei Schülerinnen der IT-HTL im Rahmen ihrer Abschluss-Projektarbeit entwickelt – eine wirklich beeindruckende Leistung.

Später haben wir uns auch die entsprechende INDY-Phase in der HAK/HAS angeschaut.

Beim Rundgang durch die Schule sind uns nicht wenige Unterschiede zu unserer Schule aufgefallen, so tragen beispielsweise alle Schülerinnen und Schuler sowie Lehrerinnen und Lehrer in der Schule Hausschuhe. Die Schülerinnen und Schüler können viele individuelle Arbeitsplätze, bequeme Sitzgelegenheiten und WLAN nutzen. Pflanzen und liebevolle Dekoration sorgen zudem für eine sehr angenehme Atmosphäre.

Unsere zahlreichen Fragen konnten wir dann im Anschluss mit Helga Geyrecker bei einem ausführlichen Gespräch klären.  

Donnerstag ist der COOL-Tag im Schulzentrum Ybbs. Anders als in der INDY-Phase erledigen hier die Schülerinnen und Schüler in der Zeit von 7:35 Uhr bis 12:00 Uhr vorgegebene COOL-Arbeitsaufträge. Während dieser Zeit stehen die Lehrer und Lehrerinnen den Schülerinnen und Schüler für Rücksprachen zur Verfügung. Außerdem finden an dem COOL-Tag Coaching-Gespräche, Mitarbeitsüberprüfungen und individuelle Lehrer-Schülergespräche statt. Aufgefallen ist uns dabei, dass die Schülerinnen und Schüler sehr verantwortungsvoll mit der Lern- und Arbeitszeit umgehen. Sie kommen selbstständig auf die Lehrerinnen und Lehrer zu um z. B. eine kleine Prüfung zu ihren Arbeitsaufträgen abzulegen. Am Nachmittag haben wir noch an der Teamsitzung des COOL-Kollegiums teilgenommen.

Am Freitag konnten wir Schülerinnen und Schüler im „HERA- und VERA-Projekt“ zu verschiedenen Institutionen begleiten. Dazu zählen ganz unterschiedliche soziale Einrichtungen der Gemeinde Ybbs, wie z. B. eine Förderschule, der Deutschunterricht für Flüchtlinge, ein Altenheim, Tagesmütter und weitere Einrichtungen. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler in den individuellen HERAusforderungen der sozialen Aufgaben VERAntwortung übernehmen. Auch hier war besonders die selbstständige Arbeit der Schülerinnen und Schüler beeindruckend. So konnten wir beobachten, wie Schülerinnen und Schüler einer Spachlehrerin beim DAZ-Unterricht halfen. Zudem erhielten wir Einblicke in das Projekt der Förderschule. 

Insgesamt blicken wir auf einen sehr aufschlussreichenden und motivierenden Besuch im Schulzentrum Ybbs zurück. Uns wurden Einblicke in den Schulalltag gewährt und unsere Fragen geduldig beantwortet. Dabei konnten wir feststellen, dass alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sehr aufgeschlossen uns gegenüber waren.

Vielen Dank an alle, die uns diesen Besuch ermöglicht haben!

 

Frank Große, Mirco Urbainczyk, Nina Warratz