Bäcker/ Bäckerin
1. Berufsbild des Bäckers / der Bäckerin
Der Bäcker stellt in erster Linie unser wichtigstes Grundnahrungsmittel - unser "tägliches Brot" - her. Aber auch Kleingebäck, Feingebäck, Dauer- und Spezialgebäck wird in der Backstube des Bäckers erzeugt. Das Backhandwerk überzeugt durch handwerkliche Qualität, Geschmack, Frische und Vielfalt der Sorten. Darüber hinaus gewinnt das Segment Snacks und kleine Gerichte immer mehr an Bedeutung.
Wie Gebäcke im Handwerk hergestellt werden hängt heute stark von der Betriebsgröße ab. Es gibt weiterhin kleine Betriebe mit begrenztem Maschineneinsatz und daneben die Großen mit einem ausgeklügelten Maschinenpark. Aber ganz ohne Handarbeit geht es auch dort nicht. Die Kunden verlangen Abwechslung in allen Sortimentsbereichen und so ist Kreativität und Vielseitigkeit gefragt. Der Bäckerberuf bietet gute Zukunftschancen.
Wer gerne mit anderen eng zusammenarbeitet wird sich in diesem Beruf wohlfühlen, denn Teamarbeit wird groß geschrieben. Bei vielen Produkten greifen die Arbeitsschritte buchstäblich Hand in Hand. Der Anteil schwerer körperlicher Arbeit ist durch den Einsatz von Maschinen deutlich zurückgegangen. Ein Grund, warum immer mehr Frauen den Bäckerberuf erlernen.
Für manchen ist der frühe Arbeitsbeginn zunächst gewöhnungsbedürftig. Der Arbeitstag beginnt meist zwischen zwei und vier Uhr morgens und endet gegen Mittag. Das Plus - durch das frühe Arbeitsende haben Bäcker Freizeit in den schönsten Tagesstunden. Gerade im Sommer ist so der Gang ins Freibad gesichert und im Winter bleibt genügend Freizeit bei Tageslicht.
Vorbildung
Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist nicht vorgeschrieben. Die überwiegende Anzahl der Betriebe stellt jedoch nur Auszubildende mit einem Schulabschluss ein. Der Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschule) sind wünschenswert, aber auch Auszubildende mit Abitur sind gern gesehen und können mit einer verkürzten Ausbildungszeit rechnen.
Generell gilt: Jede Interessentin/ jeder Interessent sollte ein mindestens zweiwöchiges Praktikum absolvieren um Entscheidungssicherheit zu haben.
Einsatzgebiete
In den zahlreichen Handwerksbäckereien sowie in Großbäckereien bleibt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften auch in Krisenzeiten relativ konstant. In den letzten Jahren haben viele Bäcker einen Arbeitsplatz im Ausland gefunden. Deutsche Bäcker sind gefragt — sie gelten als Weltmeister, denn nirgendwo gibt es so viele Brot- und Kleingebäcksorten wie in Deutschland.
2. Dauer der Ausbildung zum Bäcker / zur Bäckerin
Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Unter folgenden Voraussetzungen kann zu Beginn der Lehre eine Lehrzeitverkürzung mit dem Ausbilder vereinbart werden:
Vorbildung / Lehrzeitverkürzung
- abgeschlossene Lehre in einem Nahrungsberuf ( bis 1 Jahr )
- erfolgreicher Abschluss der Berufsfachschule ( bis 1 Jahr )
- Abitur ( bis 1 Jahr )
- Fachhochschulreife (bis 1 Jahr )
- Alter über 21 ( bis 1 Jahr )
- Mittlere Reife (Fachschulreife) ( bis ½ Jahr )
Gewöhnlich endet die Ausbildung zur Gesellin/ zum Gesellen mit bestandener Abschlussprüfung nach drei Jahren. Erbringt der "Azubi" besonders gute Leistungen, kann eine Verkürzung der Lehrzeit um ein halbes Jahr beantragt werden.
Der Beruf bietet verschiedene Möglichkeiten sich weiter zu qualifizieren.
Wer sich als Bäcker selbstständig machen will, muss zuvor die Meisterprüfung ablegen. Dies kann frühestens nach drei Jahren Gesellentätigkeit geschehen.
Eine weitere Option ist die Ausbildung zum Betriebswirt des Handwerks. Auch in Richtung Lebensmitteltechnologie sind Weiterqualifizierungen möglich.
Jugendliche, die mehr über den zukunftsträchtigen Ausbildungsberuf erfahren möchten, erhalten kompetente Auskunft bei den 16 Landesinnungsverbänden oder den 440 Bäckerinnungen. In ihnen sind etwa 20.000 handwerkliche Bäckereibetriebe organisiert.
Ausbildung und Ausbildungsdauer in Betrieb und Berufsschule
Die Berufsausbildung erfolgt im Dualen System, d.h. in Betrieb und Schule.
Betrieb:
Die betriebliche Ausbildung erfolgt in Meisterbetrieben. In den Lehrbetrieben werden hauptsächlich praktische Fertigkeiten vermittelt. Zusätzlich finden im 1. - 3. Ausbildungsjahr überbetriebliche Ausbildungs-Lehrgänge statt.
Schule:
Die schulische Ausbildung erfolgt in der Berufsschule im Teilzeitunterricht (im ersten Ausbildungsjahr an zwei Tagen, im 2. und 3. Ausbildungsjahr an einem Tag). Hier werden theoretische Kenntnisse vermittelt, die durch praktische Versuche, Übungen und Demonstrationen vertieft werden.
Die Ausbildungszeit dauert in der Regel 3 Jahre (6 Schul-Halbjahre).
Eine Lehrzeitverkürzung von 6 Monaten ist bei sehr guten schulischen Leistungen bzw. guten Ergebnissen in der Zwischenprüfung möglich.
3.Prüfungen zum Bäcker / zur Bäckerin
1. Zwischenprüfung des Handwerks
Zeitpunkt: im 4. Ausbildungshalbjahr
Umfang: Technologische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten
Ziel: Der/ die Auszubildende bekommt eine Einschätzung seiner/ ihrer momentanen
Leistungsfähigkeit in Theorie und Praxis. Er/ sie erhält Hilfestellungen, woran er/
sie bis zur Abschlussprüfung arbeiten muss.
Die Leistungen werden dokumentiert in einem Zwischenprüfungszeugnis.
2. Gesellenprüfung des Handwerks
Mindestvoraussetzungen für die Zulassung zur Gesellenprüfung:
- Zurücklegung der Ausbildungszeit
- Teilnahme an der Zwischenprüfung
- Teilnahme an den überbetrieblichen Ausbildungslehrgängen
- Führung des vorgeschriebenen Berichtsheftes/Ausbildungsnachweises
Zeitpunkt: Ende des 6. Ausbildungshalbjahres
Umfang: theoretische Kenntnisse (Kenntnisprüfung KP)
praktische Fertigkeiten (Fertigkeitenprüfung)
Ziel: Gesellenzeugnis
Gesellenbrief
4. Berufsschule
Erster Schultag:
Der erste Schultag für alle Schüler im neuen Schuljahr wird den Ausbildungsbetrieben in der letzten Ferienwoche der Sommerferien mitgeteilt.
Mitzubringende Unterlagen zum Einschulungstag (es ist bereits ein vollständiger Schultag) sind:
- soweit schon vorhanden der Lehrvertrag
- Zeugnis mit zuletzt erworbenem allgemeinen Schulabschluss ( HA, Sek1…)
- übliches Schreibmaterial
Berufsschule Unterrichtszeiten
Unterrichtsstunde / Uhrzeit
1.+2. 07.45 – 09.15 Pausenlänge 20 Minuten
3.+4. 09.35 – 11.05 Pausenlänge 20 Minuten
5.+6. 11.25 – 12.55 Pausenlänge 15 Minuten
7.+8. 13.10 – 14.40
Am Kiosk in der Pausenhalle können Lebensmittel eingekauft werden.
Unterricht - Fachtheorie
BÄCKER, FACHVERKÄUFERINNEN
Grundstufe (1. Ausbildungsjahr)
- Unterricht nach Lernfeldern Berufstheorie Lernfeld 1-4:
- Unterweisung einer neuen Mitarbeiterin/ eines neuen Mitarbeiters
- Herstellen einfacher Teige/ Massen
- Gestalten, Werben, Beraten und Verkaufen
- Herstellen von Feinen Backwaren aus Teigen
BÄCKER
Fachstufe I und II (2. und 3. Ausbildungsjahr)
2. Ausbildungsjahr:
- Unterricht nach Lernfeldern Berufstheorie Lernfeld 5-8:
- Herstellen von Weizenbrot und -kleingebäcken
- Herstellen von Backwarensnacks
- Herstellen und Verarbeiten von Sauerteig
- Herstellen von roggenhaltigem Brot und Kleingebäck
3. Ausbildungsjahr:
- Unterricht nach Lernfeldern Berufstheorie Lernfeld 9-13:
- Herstellen von Schrot-, Vollkorn- und Spezialbroten
- Herstellen von Feinen Backwaren aus Massen
- Herstellen von Torten und Desserts
- Herstellen von kleinen Gerichten
- Planen und Durchführen einer Aktionswoche
