Am Mittwoch, den 20. September 2017 starteten wir, der Sportgrundkurs Tauchen des Beruflichen Gymnasiums, unsere Reise nach Gozo/Malta, Wir trafen uns um 12:30 Uhr am Flughafen Hamburg und flogen dann ca. 3 Stunden nach Malta, von wo aus es mit Bus und Fähre weiter nach Marsalforn auf Gozo ging.
Nachdem wir unsere Appartments bezogen haben, ließen wir den Abend in einem Restaurant bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Alle freuten sich auf den nächsten Tag mit den ersten Tauchgängen.

Donnerstag, 2.Tag

OWD Kurs: Morgens wurden wir als erstes mit Tauchanzügen, Jackets, Lungenautomaten und Masken sowie Flossen eingekleidet. Heute vormittag ging es dann nach Mgarr Ix-Xini, einer wunderschönen kleinen Bucht im Südosten der Insel Gozo. Nach dem Zusammenbauen der Ausrüstung konnten wir nach einigen Gewöhnungsübungen und ersten Flossenschlägen die schöne Unterwasserwelt genießen. Den ersten Tag mit einem spannenden Tauchgang beendeten wir mit dem Theorieunterricht als Ergänzung zur Praxis und Vorbereitung für die Tests.

AOWD: Auch wir Advanced Taucher bekamen zunächst einmal unser Equipement. Auf dem Plan standen beim ersten Tauchgang Übungen zur Tarierung in Perfektion. Nach einer kurzen Mittagspause ging es erneut in die Mgarr Ix-Xini Bucht. Nun sollten wir unser Können in der Navigation mit dem Kompass zeigen. In verschiedenen Übungen wurde auch die natürliche Navigation anhand von Gesteinsformationen geschult.
Nach dem Tauchgang ging es zurück zur Tauchbasis, wo wir unsere Ausrüstung vom Salzwasser reinigen mussten.

Freitag, 3. Tag


OWD: Heute fuhren die OWDs an die Xlejini-Bay. Nach kurzer Fahrt bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen haben wir unseren 2. Tauchgang absolviert. Bei maximal 8 m Tiefe mussten wir mehrere Übungen bestehen, die zu den verpflichtenden Sicherheitsskills gehören. Unter anderem ging es darum, die Maske unter Wasser abzusetzen und dabei weiterzuatmen. Das hat insgesamt gut funktioniert. Nach einer kurzen Mittagspause wiederholten wir die Lektionen des Theorieteils, die wir auch schon in der Schule besprochen hatten. Die anschließende Abschlussprüfung ist bei allen sehr gut gelaufen, da wir gut vorbereitet waren.

AOWD: Der Vormittag begann mit einem Tauchgang an einem Tauchspot namens Washing Mashine. Themen des Tauchgangs waren die Festigung des Buddysystems und die Verbesserung der Tarierungskontrolle. Auch der Spaß an diesem schwierigen Tauchplatz, aufgrund des recht anspruchsvollen Ein- und Ausstiegs sollte nicht zu kurz kommen. Es gab einen ziemlich starken Wellengang. Wir mussten durch die Salzgewinnungsfelder zum Einstieg laufen und das letzte Stück von einer Treppe ins Wasser springen.
Der zweite Tauchgang am Nachmittag sollte am Wahrzeichen Gozos, dem Blue Hole, in der Landessprache Ghar iż-Żerq genannt, stattfinden. Leider war diese besondere Felsformation in den Winterstürmen zum Jahreswechsel eingestürzt. Vom Torbogen ist nichts übergeblieben. Nach einem Briefing wurde die Ausrüstung zusammengebaut und wir tauchten in einem Becken von ca. 20 m Durchmesser auf 15 m ab und erkundeten Felsformationen, Höhlen, Kamine und die spektakulären Überreste des eingestürzten Azur Windows auf ca. 25m Tiefe. Nach diesem Erlebnis waren alle ganz euphorisch.

Links das Blue Hole, wie wir es 2016 gesehen haben, rechts wie es aktuell aussieht.

Samstag, 4. Tag

OWD: Heute am 3. Tauchtag hatten die OWDs zwei Tauchgänge an einem Tag. Das tägliche Lernen im Theorieraum hatte nun endlich ein Ende und die Praxis steht ab jetzt im Vordergrund. Die Tauchgänge des Vormittags absolvierten beide Anfängergruppen in der Xwejni Bay. Nach einem Abstieg in 3 m Tiefe wurden verschiedene Tauchübungen absolviert: Atmen mit Luftdusche, Tauchen ohne Maske, Notaufstieg sowie das Ausziehen des Jackets. Danach tauchten wir im 9 m Bereich durch eine wunderschöne Unterwasserlandschaft. Zum Abschluss des Tauchgangs zogen wir unser Jacket an der Oberfläche aus und mussten es wieder anlegen. Trotz 26°C Wassertemperatur wurde einigen zum Ende doch etwas kalt.
Nach einer zweistündigen Mittagspause mit einer Stärkung fuhren wir zu einem in der Nähe gelegenen Tauchspot, genannt Washing Mashine, wo wir über eine große Leiter in das Meer einstiegen. Wir sollten abtauchen, ohne den Grund zu berühren. Dafür mussten wir mit dem Inflator die Luftmenge im Jacket dosieren. Danach begannen wir den Tauchgang, der uns durch kleine Unterwasserschluchten führte. Dabei absolvierten wir verschiedene Tarierungsübungen. Beide Tauchgänge fanden wir sehr schön.


AOWD: Pünktlich um 8:30 Uhr ging es für uns Fortgeschrittene zu einer nah gelegenen Stelle, Reqqa Point, dessen Ufer Salzfelder prägten. Tieftauchen war angesagt, einer der Pflichttauchgänge für das AOWD Brevier. Bis auf 30 m tauchten wir an einer steilen Felswand hinab. Außerdem neu im Inventar war der Tauchcomputer, der bei solchen Tiefen notwendig ist, weil man mögliche Dekompressionsstops angezeigt bekommt. Der Umgang mit dem Computer sollte geübt werden.
Der Abstieg in solch ungewohnte Tiefen gestaltete sich problemlos. Die in 30 m Tiefe gestellte Rechenaufgaben wurde leider von keinem Schüler komplett richtig gelöst. Da war die Aufregung wohl doch zu groß. Es wurde deutlich, dass in der Tiefe das Gedächtnis wohl langsamer arbeitet.
Alles in allem war es ein großes Abenteuer.
Am Nachmittag konnten wir zwischen einem weiteren Tauchgang, Wandern oder Tretbootfahren wählen, denn am Abend gab es noch einen weiteren Pflichttauchgang zu bestehen, das Nachttauchen.
Der optionale Nachmittagstauchgang führte uns in die Cathedrale Cave. Diese ist eine überwältigend große Höhle, die durch kleine Spalten im Fels durch Tageslicht beleuchtet wird. Der Tauchgang war es wirklich wert, um einen Einblick in die Kraft von Mutter Natur, die diese Höhle ausgespült hat, zu erhalten.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stiegen wir bei unserem Nachttauchgang in die Xwejni Bay ein, um dort Octopoden, Muränen und andere nachtaktive Tiere zu beobachten. Zur Unterstützung hatten wir eine wasserdichte Tauchlampe dabei.

Sonntag, der 5. Tag

OWD: Der Tag startete mit einem regnerischen Morgen, an dem wir jedoch alle bereit waren, trotz der widrigen Umstände, einen neuen Tauchplatz zu erkunden. Dieser lag in der Bucht von Marsalforn. Der Tauchgang begann mit einem Sprung ins Wasser. Wir lernten bei fortschreitender Verschlechterung des Wetters die Handhabung des Kompasses bei einem Umkehrkurs über und unter Wasser. Dann mussten wir einen Erschöpfungszustand simulieren und unseren Buddy auf 3 verschiedene Arten abschleppen.
Nach dem Abtauchen sahen wir eine abwechslungsreiche Unterwasserfauna, bis wir mitbekamen, dass das Wetter umschlug und an der Oberfläche starker Wellengang herrschte. Der Ausstieg über eine Leiter war bei diesen Bedingungen schwierig, aber alle sind wohlbehalten zu den Fahrzeugen, mit denen wir unser Equipment befördert haben, zurückgekehrt.
Aufgrund der ungünstigen Witterungsbedingungen wurde von den Tauchguides entschieden, am Nachmittag keinen weiteren Tauchgang zu machen.

AOWD: Leider regnete es heute und das Wetter sollte sich weiter verschlechtern, deshalb fuhren wir zu einem geschützten Tauchspot, einem Salzwassersee, genannt "Inland Sea", um uns einen starken Wellengang zu ersparen und einen leichten Einstieg zu ermöglichen. Über eine Felsspalte gelangt man zum offenen Meer.
Wir tauchten zügig ab und zwischen riesigen Felswänden hindurch, bis ein blaues Fenster den Weg zum Meer eröffnete. Wir stiegen auf ca. 20 m ab und machten uns auf den Weg zu einer Höhle. Dabei tauchten wir am Riff entlang und sahen zahlreiche Fische und Seesterne. Nach dem Auffenthalt in der kleinen dunklen Höhle ging es wieder zurück. Wir merkten, dass das Wetter sich verändert hatte, was den Ausstieg deutlich erschwerte. Bevor der Wind weiter auffrischte, waren wir aber schon aus dem Wasser und das Equipment in den Bussen verstaut. Zurück an der Tauchbasis anmgekomen, ließ sich schon bald wieder die Sonne blicken. So konnte der zweite Tauchgang an den Wracks nahe Comino, bei schönstem Wetter vor toller Kulisse stattfnden.

Montag, 6. Tag

OWD und AOWD: Heute, an unserem 5. Tauchtag, sind zwei Tauchgänge in Comino geplant. Da wir vom Hafen Mgarr mit dem Schiff starten wollten, haben wir uns schon um 8 Uhr an der Tauchbasis getroffen, um unser Equipement in die Trucks zu landen. Nah einer kurzen Fahrt kaamen wir am Hafen an, wo wir die Ausrüstung auf zwei Schiffe schafften, die bereits auf uns warteten. Alle waren gespannt, weil schon die Fahrt zu den Tauchplätzen toll war. Die Tauchplätze waren wunderschön. Zuerst tauchten wir in den Comino Caves (mehrere zusammenhängende Höhlen), welche uns alle in den Bann riss. Nachdem wir uns ein paarmal den Kopf stießen, sind wir gut tariert durch die Höhlen gekommen und konnten so dieses wunderschöne Erlebnis genießen. Am Ende des Tauchgangs haben wir an einem Sandplatz unter den beiden Schiffen Hunderte Fische mit Toastbrot anngefüttert. Obwohl wir es versuchten, haben wir keinen Fisch berühren oder fangen können.

Als nächstes fuhren wir zur Blue Lagoon und machten eine Ruhepause.Einige Schüler gingen dort in dem glasklaren türkisblauen Wasser schwimmen. Nach einer Stärkung mit Lunchpakets ging es weiter zum zweiten Tauchspot, dem Wrack p31. Wir tauchten ab und fanden uns auf 18 m Tiefe vor dem Wrack eines alten Küstenwachschiff aus der DDR wieder. Wir wussten nicht, ob wir träumten, als wir um das Schiff, in die Frachträume und in die Brücke tauchen durften, alles mit besonderer Vorsicht versteht sich. Wir sahen auch Muränen und Drachenköpfe im und am Schiff. Leider mussten wir irgendwann wieder zurück, weil unsere Luft nicht für mehr als 50 Minuten reichte. Aber dieses Erlebnis bleibt uns noch lange in Erinnerung.

Auf der Rückfahrt konnten wir uns in der Sonne entspannen.

Dienstag, 7. Tag


OWD und AOWD: Unser sechster Tauchtag begann um 8:30 Uhr mit dem Beladen der Trucks. Unser Ziel hieß heute Middlefinger auf der Südseite der Insel.
Doch kurz nachdem wir losfuhren, versagte einer der Reifen am Minibus. Die Reifen sind durch die Touren über die felsige Insel und die schlechten Wege zu den Tauchspots einer enormen Belastung ausgesetzt. Zum Glück hatten wir einen aufgepumpten Ersatzreifen und fähige Helfer an Board, die das Problem schnell und fachmännisch lösen konnten.
Nach der holprigen und abenteuerlichen Anfahrt zum Tauchspot konnte es dann endlich losgehen.
Unter Wasser hatten wir einen wunderschönen Blick auf einen von vielen unterschiedlichen Fischen umgebenenen Felsformation, die aufgrund seiner Form "Middlefinger" genannt wird.
Wir OWDs sind bis auf ca. 20 m tief herunter getaucht und konnten Seeigel, verschiedene Fische, wie Drachenköpfe und Moränen beobachten. Die AOWDs sind bis 31 m tief getaucht. Der Middlefinger ist ein überschaubares Tauchgebiet, weil man in verschiedenen Tiefen um dieses Riff herumtauchen kann und sich immer wieder trifft.

Am Nachmittag ging es mit einigen OWD's und AOWD's zum Blue Hole, wo wir durch den Corel Garden, einen kleinen Canyon und die versunkenen Felsüberreste des Anfang des Jahres eingestürzten Torbogens am Blue Holes getaucht sind. Als Abschluss nahmen wir uns das Azur Window vor. Es ist eine Höhle, in die man hineintauchen kann, und wenn man zurücktaucht hat man ein türkisblaues Fenster vor sich, dass sich aus einer rechteckigen Felscharakteristik und dem blauen Wasser im Gegenlicht ergibt. Sehr beeindruckend und ein würdiger Abschluss unserer Tauchwoche. Nach einem Sicherheitsstop auf 5 m, einem etwas schwierigen Ausstieg und einem beschwerlichen Fussmarsch sind wir wohlbehalten mit vielen tollen Eindrücken zu den Trucks zurückgekehrt.Danach musste das gesammte ausgeliehene Tauchequipement mit Süßwasser ausgewaschen und wieder zurückgegeben werden.

 

Abends hatten Basti, Sascha und Anja die obligatorische Tauchertaufe für die Tauchanfänger vorbereitet. Jeder bekam einen Vierzeiler, einen maritimen Namen und einen Schluck Salzwassergemisch von Neptun und seiner Nixe aus einem Schnorchel. Um 19:30 Uhr hatten wir einen Tisch in einem sehr coolen Restaurant am Meer bestellt, wo dieser schöne Tag zu Ende ging.